PHASEFÜNF

Sinnstiftung, Rollenwelten und Führungskultur im Ehrenamt III 1. Februar 2015

Eigene Erfahrungen mit dem Ehrenamt und daraus abgeleitete Hypothesen

Kirsten und ich sind beide ehrenamtlich tätig, sie in der Psychosozialen Notfallversorgung, ich selbst in der Zivilmilitärischen Zusammenarbeit. Wir sind in unsere jeweiligen Organisationen eingebunden, erleben Kollegialität, Beanspruchung, persönliche Entwicklung, Freude an der Aufgabe und auch einige organisationale Merkwürdigkeiten. Wir erleben Führung, wie sie uns teils durch ehrenamtliche teils durch hauptamtliche Führungskräfte zuteilwird. Wir haben beide das Glück, dass unsere unmittelbaren Führungsebenen Verständnis für die zeitlichen und kräftemäßigen Einschränkungen haben, denen wir für unser Engagement unterliegen.

Rollenwelten nach Bernd Schmid mit der Ergänzung „Gemeinwesenwelt“ durch Günther Mohr

Zugleich sind wir uns bewusst, dass unsere Organisationen eine langfristige Verbindlichkeit benötigen, um wirksam unser ehrenamtliches Engagement einbinden zu können. Man verlässt sich auf uns, vor allem, sobald wir konkrete Zeitfenster zugesagt haben oder es eine Notsituation gibt, in der unser Einsatz benötigt wird. Und umgekehrt wollen wir uns als Ehrenamtliche eingebunden und gehört fühlen. Wir wollen unsere Kompetenz im Einsatz, in der Netzwerkarbeit und in Übungen gleichberechtigt zur Geltung bringen. Nur dann ergibt sich aus der gegenseitigen Investition in unsere Aus- und Fortbildung eine Win–Win–Situation.

Kulturbegegnungsmodell der Kommunikation nach Bernd Schmid bezogen auf die Lebenswelten

 

Hypothesen zu Kooperation, Konfliktpotenzialen und Lösungsansätzen

Aus Gesprächen, Beobachtungen, unserem Erleben heraus und auch aus Berichten haben wir Hypothesen für konstruktive Bedingungen für die Kooperation wie auch für Konfliktpotenziale abgeleitet:

  1. Die Motive für das eigene Engagement sind abhängig von der Rollenwelt in der der Einzelne sich selbst empfindet und von der Rolle die er dort einnimmt.
  2. Wo sich Haupt- und Ehrenamtliche vornehmlich in der Professionswelt begegnen sind gute  Bedingungen für Kooperation gegeben.
  3. Die Bedeutung und die Bedingungen der Organisationswelt werden von Ehrenamtlichen häufig  unterschätzt.
  4. Das Aufeinandertreffen von Organisationswelt und Gemeinwesenwelt birgt Konfliktpotenzial zwischen den Rollenträgern.
  5. Das Augenmerk auf die jeweiligen Bedürfnisse, auf die Stärkung der Autonomie aller Beteiligten und eine bewusst gesteuerte Gruppenentwicklung fördern die Kooperation, die Leistungsfähigkeit und die Strahlkraft der Organisation.
Bild- und Mediennachweis
Kobold mit Notfallteddy und Barett menon@phasefuenf.de

 

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